Presseinformation								
Wasser- und Abfallwirtschaft/Arbeitsmarkt/Kreislaufwirtschaft
Wien, 15.09.2026

ÖWAV-Dialog 2026: Fachkräftemangel beschäftigt auch die Wasser- und Abfallwirtschaft
Der Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV) lud am 14. September zum ÖWAV-Dialog in den Apothekertrakt von Schönbrunn. Unter dem Titel „Zukunft der Arbeit” wurden die aktuellen Herausforderungen des Arbeitsmarkts diskutiert. Dabei dienten auch die Ergebnisse einer aktuellen Befragung als Grundlage, die unter den 3.400 ÖWAV-Mitgliedsorganisationen durchgeführt wurde. Zu diesen zählen neben Bund, Ländern und Gemeinden etwa Ingenieurbüros, die Wasser-, Abwasser- und Abfallverbände sowie Entsorgungsbetriebe, Rechtsanwaltskanzleien und private Unternehmen. Die Branche freut sich über eine hohe Mitarbeiter:innenbindung, wofür vor allem die sinngebende Arbeit als Motiv angeführt wird. 180 Besucher:innen folgten der Einladung des ÖWAV und machten die Veranstaltung damit zu einem zentralen Treffpunkt für den fachlichen Austausch innerhalb der österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaft. www.oewav.at  

Unter dem Titel „Die Zukunft der Arbeit – New Work & demografischer Wandel in der Wasser- und Abfallwirtschaft“ waren am 14. September 2026 renommierte Branchen-Expert:innen eingeladen, um das Thema zu diskutieren und mit dem Publikum in den Austausch zu treten. Darunter auch der AMS-Vorstandsvorsitzende Johannes Kopf, der zudem die einführende Keynote hielt. 

In dieser stellte er unter anderem fest: „Wir werden den Fachkräftebedarf der kommenden Jahre nicht mit einer einzelnen Maßnahme lösen.“ Vielmehr gelte es, die Gesamtheit der vorhandenen Potenziale besser zu nutzen: „Wir müssen die Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren erhöhen, junge Menschen stärker für die Lehre gewinnen und Zugewanderte durch gute Deutschkenntnisse und gezielte Qualifizierung auf einen erfolgreichen Einstieg in den Arbeitsmarkt vorbereiten.“ Auch Künstliche Intelligenz könne dabei helfen, produktiver zu arbeiten und Beschäftigte zu entlasten – nur sei sie sicher kein Allheilmittel, so Kopf: „Wir müssen darauf achten, dass der technologische Wandel bestehende Ungleichheiten nicht verstärkt und gleichzeitig massiv in Aus- und Weiterbildung investieren, damit möglichst viele Menschen von den neuen Möglichkeiten profitieren.“

Der Fachkräftemangel ist real
Im Rahmen des ÖWAV-Dialogs, der 2026 zum dritten Mal über die Bühne ging, wurden auch die Ergebnisse einer ÖWAV-Mitgliederbefragung präsentiert, die sich dem Fachkräftemangel im Bereich der Wasser- und Abfallwirtschaft widmet. Über 1.000 individuelle Rückmeldungen konnten dafür berücksichtigt werden. „Mehr als ein Drittel der Umfrage-Teilnehmer:innen bestätigt, dass der Fachkräftemangel auch in unserer Branche real ist“, stellt ÖWAV-Geschäftsführer Daniel Resch fest. Davon zeigen sich zwölf Prozent „sehr stark“ und 25 Prozent „eher stark“ überzeugt. Wobei die Brisanz in den Bundesländern (insgesamt 39 Prozent) größer ist als in Wien (20 Prozent). 

Anstehende Pensionierungen belasten eher größere Unternehmen
Pensionierungen bereiten kleineren Unternehmen in den kommenden fünf Jahren voraussichtlich weniger Probleme als großen – wobei eine Mehrheit von 59 Prozent aller Befragten „sehr“ oder „eher“ stark davon betroffen sein wird. Bei Unternehmen mit 1.000 oder mehr Beschäftigten liegt dieser Wert bei 69 Prozent, bei kleinen Firmen unter zehn Mitarbeitenden ist er mit 35 Prozent nur halb so groß. „Interessant ist, dass kleinere Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeitenden laut eigener Einschätzung deutlich besser auf bevorstehende Pensionierungswellen vorbereitet sind“, so Resch.

Starke Mitarbeiter:innenbindung in der Branche
Abgefragt wurden auch mögliche Beweggründe, um für ein Unternehmen im Bereich der Wasser- und Abfallwirtschaft zu arbeiten. Als Hauptantrieb streichen 66 Prozent die als sinnvoll betrachtete Tätigkeit bzw. den wertvollen gesellschaftlichen Beitrag hervor, den man als Mitarbeiter:in leisten kann. Als weitere zentrale Gründe wurden die Möglichkeit zu Mitgestaltung und die Eigenverantwortung genannt, sowie das angenehme Arbeitsumfeld und die gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. 

„Unsere Mitglieder sind sich der aktuellen wie auch der künftigen Herausforderungen des Arbeitsmarktes bewusst“, sagt Daniel Resch. „Gleichzeitig haben sie die Gewissheit, dass ihre Mitarbeiter:innen die Tätigkeit in der Branche schätzen – und dies auch im jeweils eigenen Umfeld kommunizieren.“

Der ÖWAV-Dialog 2026 stellt sich – genauso wie die direkt daran anschließende Vollversammlung des ÖWAV – als großer Erfolg dar. Resch: „Unsere Veranstaltung zeigt eine starke, zukunftsorientierte Branche, die sich ihrer Bedeutung aber auch der anstehenden Herausforderungen bewusst ist.“

Über den ÖWAV
Der Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV) vertritt seit 1909 die gesamte Wasser- und Abfallwirtschaft in Österreich. Als gemeinnütziger Verein setzt er sich auf nationaler und internationaler Ebene für eine nachhaltige Wasser-, Abwasser- und Abfallwirtschaft ein. Seinen mehr als 3.400 Mitgliedsorganisationen bietet der ÖWAV ein Branchennetzwerk sowie eine neutrale und unabhängige Plattform für Fachexpert:innen und alle beteiligten Berufsgruppen. Zu den zentralen Aufgaben des ÖWAV zählen die Aus- und Weiterbildung, die Erarbeitung und Sicherung von Qualitätsstandards sowie die Information und der Interessenausgleich innerhalb der Wasser- und Abfallwirtschaft. Präsident ist RA Mag. Martin Niederhuber, die Geschäftsführung hat DI Dr. Daniel Resch inne. www.oewav.at   

Bildmaterial beiliegend, Abdruck honorarfrei © ÖWAV/APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger
BU1: (v.l.:) DI Dr. Daniel Resch, Geschäftsführer ÖWAV, und Martin Niederhuber, Präsident ÖWAV 
BU2: AMS-Vorstandsvorsitzender Johannes Kopf betonte in seiner Keynote, dass der Fachkräftebedarf der kommenden Jahre nicht mit einer einzelnen Maßnahme lösbar sein wird.
BU3: Die Branchen-Expert:innen im Podium (v.l.): Johannes Kopf, Vorstandsvorsitzender-AMS, Flora Babin, Area Manager CirTec BV, Anke Bockreis, Universität Innsbruck, Monika Springsholz, Country Human Resources Manager bei FCC Austria GmbH, Andreas Zöscher, Geschäftsführer Abfallwirtschaftsverband Mürzverband, Daniel Resch, Geschäftsführer ÖWAV 

Weitere Bilder der Veranstaltung: https://www.apa-fotoservice.at/galerie/39855 

Presserückfragenhinweis
ÖWAV – Österreichischer Wasser- und Abfallwirtschaftsverband
Mag. Heidrun Schiesterl (Kommunikation)
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